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NEMO verschafft Uni Freiburg Platz 214 unter den 500 schnellsten Supercomputern der Welt

erstellt von Jan Leendertse Veröffentlicht 21.10.2016 10:45, zuletzt verändert: 22.03.2017 10:09
Der Hochleistungsrechner NEMO wurde am 14.07.2016 eingeweiht und belegt derzeit Platz 214 unter den 500 schnellsten Computern der Welt. Der Hochleistungsrechner kann von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen Elementarteilchenphysik, Neurowissenschaft und Mikrosystemtechnik landesweit für breit angelegte Datenanalysen, Simulationen und datenintensives Rechnen genutzt werden.

Mit dem am 14.07.2016 feierlich eröffneten bwForCluster NEMO belegt die Uni Freiburg derzeit die Position 214 unter den 500 schnellsten Computer der Welt und Platz 3 unter den Hochleistungsrechnern in Baden-Württemberg. Den Startknopf drückten Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg, Prof. Dr. Peter Grathwohl, Prorektor für Forschung der Universität Tübingen sowie die beiden Leiter der wissenschaftlichen Rechenzentren, Prof. Dr. Thomas Walter für die Universität Tübingen und Prof. Dr. Gerhard Schneider für die Universität Freiburg. An der Finanzierung beteiligten sich zu gleichen Teilen das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Mit dem bwForCluster NEMO werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Baden-Württemberg, die Forschung in den Fachbereichen Elementarteilchenphysik, Neurowissenschaft oder Mikrosystemtechnik betreiben, mit einem einfachen Zugang zu Hochleistungsrechenressourcen versorgt. Im Gegensatz zu den Supercomputern der höheren Leistungsebenen ist für den bwForCluster NEMO keine aufwändige Antragsstellung zur Benutzung erforderlich.

Mehrere Arbeitsgruppen aus der Universität Freiburg haben durch den Einsatz von eigenen Mitteln zur Erweiterung des neuen Supercomputers beigetragen. Durch ein Accounting der genutzten Rechenzeiten wird sichergestellt, dass die Rechenzeit fair und gemäß den jeweiligen Anteilen verteilt wird. Gleichzeitig zum bwForCluster NEMO wurde auch der bwForCluster BinAC in Tübingen feierlich eingeweiht. Die Hochleistungsrechenressourcen dieses Supercomputers sind für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Bioinformatik und Astrophysik vorgesehen. 

Ministerin Bauer prüft Verkabelung

 

Erste Phase der Landestrategie bwHPC abgeschlossen

Vor den bwForClustern in Freiburg und Tübingen waren bereits die bwForCluster JUSUS in Ulm und bwForCluster MLS&WISO in Mannheim/Heidelberg in Betrieb gegangen. Der Hochleistungsrechner JUSTUS in Ulm versorgt den Fachbereich Chemie, während der Hochleistungsrechner MLS&WISO am kombinierten Standort Mannheim/Heidelberg für die Forscherinnen und Forscher aus den molekularen Lebenswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaftern und den Sozialwissenschaften zuständig ist. Damit verfolgt das Land Baden-Württemberg die bundesweit einmalige Strategie, Ressourcen für das Hochleistungsrechnen an jeweils einem Standort zu bündeln, um von dort aus landesweit alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der jeweiligen Fachgebiete zu versorgen. Durch diese Spezialisierung kann die Konfiguration eines Supercomputers besser auf die Bedürfnisse der Forscherinnen und Forscher zugeschnitten werden. 

Zusätzlich zu den Hardware-Ressourcen haben die beteiligten Universitäten und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Baden-Württemberg mit dem Begleitprojekt bwHPC-C5 auch für eine personelle Unterstützung der Forscherinnen und Forscher gesorgt. An den Standorten der bwForCluster sind hierzu Kompetenzzentren eingerichtet worden, die landesweiten Support für das Hochleistungsrechnen in den jeweiligen Fachbereichen anbieten. Das dem bwForCluster NEMO zugeordnete Kompetenzzentrum ENM ist an der Universität Freiburg angesiedelt und bedient landesweit die Fachbereiche Elementarteilchenphysik, Neurowissenschaft und Mikrosystemtechnik. 

Zur Abstimmung der Interessen der Forscherinnen und Forscher, der geldgebenden Institutionen und der Betreiber-Standorte wurden für das bwForCluster NEMO und die anderen bwHPC Hochleistungsrechenressourcen neue Governance-Strukturen etabliert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsenden jeweils einen Vertreter pro Universität in den Landesnutzerausschuss. Dieser entsendet einen Vertreter in den bwHPC-Lenkungskreis, dem außerdem Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) und des Arbeitskreises der Leiter wissenschaftlicher Rechenzentren des Landes Baden-Württemberg (ALWR-BW). Durch diese Gremien werden die Weiterentwicklung des Hochleistungsrechnens im Land sichergestellt und koordiniert sowie eine Orientierung am Bedarf der Forscherinnen und Forscher gewährleistet. Die Beteiligung des MWK und des ALWR-BW dienen dazu, die Hochleistungsrechenressourcen als organischen Teil der landesweiten Rechenzentrumsinfrastruktur einzubinden. Für das bwForCluster NEMO wurde zusätzlich noch eine jährlich stattfindende Nutzerversammlung und ein Cluster-Beirat eingerichtet. Diese sind in erster Linie dazu gedacht, die Forscherinnen und Forscher direkt zu informieren und an Entscheidungsprozessen, die vorrangig den bwForCluster NEMO betreffen, zu beteiligen. 

Die genannten Governance-Strukturen werden ausführlich im Buch "Kooperation von Rechenzentren" beschrieben, das im Oktober 2016 im Verlag De Gruyter erscheinen wird.

Die Nutzerversammlung des bwForCluster NEMO fand das erste Mal am 14.07.2016 statt, am Vormittag vor der Eröffnungsfeier. Die Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Universitäten des Landes wurden vom Leiter des Rechenzentrums, Prof. Dr. Gerhard Schneider begrüßt. Anschließend erläuterten der Leiter der eScience-Abteilung, Dr. Dirk von Suchodoletz sowie die Mitglieder des Freiburger HPC-Teams, Anton Gamel, Michael Janczyk und Bernd Wiebelt die Architektur von NEMO sowie das Verfahren der Registrierung und der Koordination von Rechenvorhaben.

Gut besuchte Nutzerversammlung

Voraussetzung für die Benutzung des bwForCluster NEMO ist ein Benutzeraccount an einer Hochschule in Baden-Württemberg und die Assoziierung zu einem Rechenvorhaben. Diese Rechenvorhaben können von den Leiterinnen und Leitern wissenschaftlicher Arbeitsgruppen in einfacher Form per Webformular eingerichtet werden. Das Cluster-Auswahlteam (CAT), dem Forscherinnen und Forscher aus den Fachbereichen sowie Mitglieder der bwHPC-C5 Kompetenzzentren angehören, entscheiden dann kurzfristig, auf welchem der vier bwForCluster dieses Rechenvorhaben ausgeführt werden kann. Es erfolgt dabei kein wissenschaftlicher Review, wie bei den Hochleistungsressourcen der höheren Leistungsebenen. Die Prozedur dient im Wesentlichen dazu, eine korrekte Zuordnung zum passenden bwForCluster sicherzustellen. Nach der Zuweisung des Rechenvorhabens können sich die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesem Rechenvorhaben assoziieren und erhalten damit Zugang zu den bwForClustern. Die allgemeine Prozedur für alle bwForCluster ist im bwHPC Best-Practices-Guide beschrieben, zusätzlich gibt es eine Kurzfassung für die Benutzerinnen und Benutzer von NEMO.

Für Fragen zur Antragstellung und weitere Support-Anfragen wurde für die Benutzerinnen und Benutzer des bwForCluster NEMO die E-Mailadresse  eingerichtet.

NEMO Produktivbetrieb

Nach der Eröffnungsfeier am 14.07.2016 begann für das bwForCluster NEMO eine erste Testphase, bei der bereits die ersten experimentierfreudigen Forscherinnen und Forscher den Supercomputer nutzen konnten. Das HPC-Team des Rechenzentrums konnte dabei wesentlich von den Erfahrungen profitieren, die mit dem Betrieb des Testclusters seit Anfang 2015 gesammelt wurden. Seit dem 25.08.2016 läuft das bwForCluster NEMO im Beta-Betrieb, der allen WIssenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen Elementarteilchenphysik, Neurowissenschaft und Mikrosystemtechnik die Möglichkeit gibt, erste Erfahrung mit der Benutzung zu machen. Während des Beta-Betriebes kann es beim bwForCluster NEMO noch zu nicht angekündigten Einschränkungen des Dienstes kommen. Für den 01.08.2016 ist der Übergang in den Produktivbetrieb geplant, Dienstunterbrechungen erfolgen dann nur noch nach vorheriger Benachrichtung.

Allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Baden-Württemberg, die den bwForCluster NEMO nutzen möchten, wird das Abonnement des Freiburger HPC-Newsletters empfohlen. Über ihn werden Neuigkeiten, Fortbildungskurse und weiterführende Informationen verteilt. Mit einer Mail an die Adresse können sich Interessenten auf den Verteiler aufnehmen lassen.

Dirk von Suchodoletz, Bernd Wiebelt, Jan Leendertse

Links

www.bwhpc.de

www.hpc.uni-freiburg.de

HPC-Strategie der Universität Freiburg

Erläuterung zum bwForCluster NEMO auf der Nutzerversammlung

Dienstbeschreibung HPC

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